1.8. Das Wochenbett aus spiritueller & emotionaler Sicht

Herzlich Willkommen zur achten Lektion von Modul 1
“Das Wochenbett aus spiritueller & emotionaler Sicht”!
In dieser Lektion widmen wir uns den folgenden Themen:
Was hat das Wochenbett mit Spiritualität zu tun? Warum ist der Heilungsprozess im Wochenbett nicht nur ein physischer, sondern vor allem ein psychischer?
Wie können wir als Wochenbett-Doulas auch auf dieser Ebene begleiten?
Anbei findest du die Audios und PDF- Unterlagen zu dieser Lektion.
Wir wünschen dir viel Freude beim Hören, Lesen & Eintauchen!

Der spirituelle Aspekt des Wochenbetts
Hier erfährst du von Stephanie mehr über:
– Spiritualität vs. Esoterik
– Spiritualität im Wochenbett
– Energiearbeit als Kompetenzbereich von Doulas
Anmerkung: bitte wundere dich nicht, wenn ich das Modul in der Audio-Datei zu Beginn anders betitele bzw. beziffere – wir haben in der Reihenfolge ein bisschen etwas geändert. Der Inhalt bleibt aber wie gehabt gleich.

Unterstützung von frisch gebackenen Mamas mit spirituellen Praktiken
“Spirituell sein heißt, darauf zu achten, dass Menschen, die mit uns leben, es gut haben, emotional, körperlich, seelisch, geistig, aber auch finanziell. Es bedeutet aber auch, dass wir uns dies auch selbst schenken, wenn es Zeit dafür ist”
Die meisten von uns verkennen Spiritualität und glauben, es muss eine Form von Religion sein.
“Der persönliche, weltanschauliche Glaube bestimmt seine konkrete Bedeutung für jeden Einzelnen – etwa, ob Gott oder andere Geistwesen, numinose oder auch natürliche Kräfte darin eine Rolle spielen.”
Im Rahmen von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist diese Studie ganz spannend, auch wenn sie sich auf Mamas mit Risikoschwangerschaften bezieht und auf die Korrelation zwischen einer herausfordernden Schwangerschaft und stressbedingten Erscheinungen im Wochenbett, die durch spirituelle Praktiken gemindert werden konnten. Wir wagen zu behaupten, dass das auch allgemein für Mamas im Wochenbett gilt:
“Providing spiritual care to pregnant mothers with preeclampsia reduces their risk of postpartum stress disorder. Therefore, this kind of care as an effective intervention is included in the routine care of this group with high-risk pregnancies.”
Hier findest du die gesamte Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6009134/
Natürlich wird hier Spiritualität mit Religion und Gott gleichgesetzt. Aber es geht am Ende um den Grundgedanken – die Idee eines höheren Selbst, die Idee, abzugeben und zu vertrauen. Die Idee, nicht alles in der Hand haben und kontrollieren zu können. Das kann der Glaube an eine universelle Kraft sein, an die eigene Intuition oder an etwas ganz eigenes. Wir dürfen als Doulas da auch wieder zuerst schauen: Was fühlt sich für mich stimmig an? Wie weit will ich gehen, was sind meine eigenen Glaubenssätze und Werte? Welche Form der spirituellen Praxis begleitet mich?

Auch ein spannender Text dazu:
https://www.jenniferhmoyer.com/blog/2015/5/13/the-spiritual-side-of-postpartum-psychosis
Auch hier spannend wieder die Definition von Spiritualität:
“a sense of purpose, a sense of ‘connectedness’ – to self, others, nature, ‘God’ or Other, ….a quest for wholeness, ….a search for hope or harmony,…. a belief in a higher being or beings, ….some level of transcendence, or the sense that there is more to life than the material or practical, …. and those activities that give meaning and value to people’s lives”

ÜBUNG:
Was verstehst du unter Spiritualität? Welche Arten von spirituellen Ritualen/ Praktiken hast du in deinem Leben? Was hat sich für dich gut bewährt? (denk hier nicht zu artifiziell – auch das sonntägliche Mittagessen im Kreise der Familie kann eine Form von “Spiritualiät” sein)

Noch spannender ist die Studie “Spiritual Healing Practices Among Rural Postpartum Thai Women” anbei. Vor allem, weil sie zeigt, dass Spiritualität nicht zwangsläufig Praktiken sind, die allgemeinläufig gerne als esoterisch abgestempelt werden. Spiritualität ist ein Gefühl von Zugehörigkeit und Hinwendung, eine Form der wiederkehrenden Traditionen, eine Form der Verbindung mit sich selbst und seiner Geschichte. Spiritualität können wir durch Meditation, Berührung, Körperarbeit, Rituale jeglicher Form, Ernährung, Alltagspraktiken, Familienkreise/Feste und vieles mehr wecken und erleben.

Ebenfalls sehr lesenswert sind die Artikel “Spiritualität und mentale Gesundheit” von Francisco José Moya-Faz & Klaus Baumann, sowie der Text “Der Einfluss von Kultur und Spiritualität auf die Gesundheit” von Claude-Hélène Mayer.
